Illustration ZUKUNFT Hochschwabsiedlung

Das gemeinsame Bild

Wie könnte die Hochschwabsiedlung in zehn, zwanzig, dreißig Jahren aussehen? Und wie leben die Menschen hier? Im Rahmen des ersten Aktiv-Dialogs am 4. Juli 2023 wurde die gemeinsame Vision aller Teilnehmer für die Zukunft der Hochschwabsiedlung festgehalten. Wünsche und Ideen, die den Bewohner:innen, der Stadtgemeinde und der GEMYSAG für die smarte und klimafitte Entwicklung der Siedlung wichtig sind, wurden von „Zukunftszeichner“ Reinhard Gussmagg live illustriert und damit auch visuell festgehalten. Die Vision setzt sich aus den Bereichen Grünraum, Wohnraum, Gemeinschaft und Infrastruktur zusammen und wurde vom AIT aus dem Blickwinkel der zukünftigen Realität formuliert.

Illustration ZUKUNFT Hochschwabsiedlung
Visionpicture by gussmagg-art.com

Grünraum

Der Grünraum mit Wasserelementen ist von zentraler Bedeutung für die Hochschwabsied­ler:innen. Er dient gleichermaßen als beruhigender Erholungs- und Begegnungsraum wie auch als Quelle für Abkühlung in Zeiten des Klimawandels. Zwischen den Häusern gibt es großzügige Grünräume, in den zahlreichen Innenhöfen finden sich überall Spielgeräte für Kinder unterschiedlicher Altersstufen in unmittelbarer Wohnnähe. Die Attraktion für die Kinder ist eine kleine Rennbahn im Zentrum der Hochschwabsiedlung, wo sie mit ihren Rollern um die Wette fahren können.  

Fakt ist, dass im Vergleich zu 2023 wieder eindeutig mehr miteinander geredet wird. Das merkt man auch an den gut gepflegten und blühenden Gemeinschaftsgärten (Hochbeete): Hier werden zwischen Jung und Alt nicht nur Gemüse und Blumen getauscht, hier entstehen auch viele Ideen für originelle Buffets für die regelmäßigen Sied­lungs­feste. Kinder ziehen mit ihren Eltern von Innenhof zu Innenhof, wo unterschiedlich gestaltete Spielplätze auf sie war­ten. Eine Toilette bewahrt sie davor, frühzeitig wieder nach Hause zu müssen. Ein zentral gelegener Park mit vielen Bäumen, einem offenen Pavillon und einem schönen Springbrun­nen hat sich inzwischen zum zentralen Hauptplatz entwickelt, an dem sich die gesamte Sied­lung trifft, um sich im kühlen Freien miteinander zu erholen oder das reife Obst von den Bäu­men für das Backen von Kuchen oder Einkochen von Marmelade oder Kompotts zu nutzen – bzw. all das und noch viel mehr miteinander zu genießen. 

Alle Maßnahmen dienen dem Reduzieren von CO2 Emissionen und damit auch dem Schaffen einer gesunden Umwelt für alle Siedler:innen. 

Wohnraum

Die Wohnung ist ein Wohlfühlort, an dem sich jede:r Siedler:in gerne aufhält. Bänke und Blumen vor dem Haus laden die Hausbewohner:innen und Besucher:innen von außerhalb zum Verweilen ein. Das, was das Wohnen hier eigentlich richtig lebendig und lebenswert macht, ist die gelebte Gemeinsamkeit und der Zusammenhalt in den einzelnen Häusern und der Hochschwab­sied­lung. Hier haben einzelne Menschen und ganze Familien über Generationen hinweg ihre Wurzeln ausgebildet und fühlen sich in einem lebendigen, sicheren und auch leistbaren Miteinander zuhause.  

Die Gebäude- und Landschaftsarchitektur tragen optimal dazu bei, für unterschiedliche Bedürf­nisse Innen- und Außenräume bereitzustellen. In der Hochschwabsiedlung gibt es viele, attraktive Begegnungszonen und Spielräume für alle Generationen: Hier werden Fertigkeiten, Wissen und Neuigkeiten getauscht. Was zählt sind die Spielflächen für die Kleinen und die Treffs der Jugendlichen gleichermaßen wie all die Gartenhütten, die symbolisch für lebendige Treffpunkte aller hier lebenden Menschen stehen. Wichtig ist, dass alle ihren Platz in der Gemeinsamkeit haben und barrierefreies Seniorenwohnen mit Balkonen genauso möglich ist wie Bewegung im Freien für junge Familien und Jugendliche.

Wohnen ist viel mehr als das Leben in den eigenen vier Wänden. Nachbarschaften und der Zusammenhalt haben Jahre des gesellschaftlichen und technologischen Wandels und Wellen der Sanierung überdauert.

Gemeinschaft

Die Hochschwabsiedlung ist ein Ort, wo alle aufeinander zugehen und aufeinander schauen. Es geht darum, dass jeder jeden kennt und jedem hilft. Die Mutter bringt etwas für den Senior vom Bauernmarkt mit, während dieser auf ihr Kind aufpasst, wenn sie bei der Arbeit ist. Multigenerationen-Wohnen hält alle lebendig und sozial eingebunden. 

Die Art der sozialen Durchmischung (Einkommen, Migration, Generationen) lässt an die Stel­le von Fremdheit und Misstrauen wechselseitige Offenheit und Neugierde treten. Neue Be­woh­ner:innen werden von einer Gruppe aktiv kontaktiert und zu bestehenden Musik- und Nationalitätenabenden oder Treffs beim Cafè inte­griert. Hier wird eine Willkommenskultur gelebt, wo sich Menschen mit unterschiedlichen Spra­chen begrüßen und willkommen heißen und jeder Mensch von allen auf Augenhöhe respektvoll behandelt wird. Man trifft sich im Café zu Getränken und Austausch, bekommt auf alle Fra­gen Antworten bzw. Hilfe für kleine Reparaturarbeiten oder Kontaktadressen für’s Weiterfragen. Mit einer Theatergruppe, dem gemeinsamen Musizieren und den Festen für Kinder, Jugend­liche und Erwachse­ne kommen auch Kreativität und gemeinsame Spiele nicht zu kurz. Im Spiel entsteht interkultu­rel­les Verständnis füreinander und alles, was gefällt oder notwendig ist, be­kommt hier seinen sozialen Raum – Nachhilfe für Kin­der, Unterstützung kranker Senio­r:innen oder alleinerziehender Mütter wie auch Einladungen zur Beteiligung an Nachbar­schafts­hilfen in Krisen und Notfällen. Berichtet werden aber auch Erfolge und Dankesworte über Soziale Medien und eine spezielle Online-Platt­form. Und nicht zu vergessen: Einmal im Monat finden Nachbarschafts­treffs statt, wo über vergan­gene und künftige Entwicklungen und Pläne diskutiert wird, Ent­scheidungen getroffen oder spezielle Hausordnungspunkte für Neu­ankömmlinge erklärt werden. Das hält den Kontakt zueinander lebendig, ermöglicht die Inte­gra­tion und Gleichbehandlung aller. Auf diese Weise hat auch die Jugend endlich einen anerkannten Platz in der Siedlung für sich erobert.

Infrastruktur

Die Vision 2050 für Infrastruktur und Mobilität in der Hochschwabsiedlung zeigt ein Wohn­quar­tier, in dem wichtige Dienstleistungen, verschiedene Verkehrsmittel, digitale Konnek­ti­vität und Gemeinschaftsräume nahtlos integriert sind, um ein lebendiges, ver­netztes und nachhaltiges Lebensumfeld zu schaffen.

Der Verkehr ist aus der Siedlung verbannt: Es gibt nur mehr eine verkehrsberuhigte Zufahrt­straße zu den einzelnen Häusern für Einsatzfahrzeuge oder Mö­bel­transporter für neue Siedler:innen sowie einen Fahrradweg, der alle Plätze gut miteinander verbindet. Die übrige Grünfläche ist durch Gehwege erschlossen, was dem ganzen Grün­raum einen parkähn­lichen Charakter verleiht. An die Stelle der Autos sind ein selbstfah­rendes Gemeinschafts­taxi, ein Citybus und Sharing-Angebote von E-Autos, E-Scooter und E-Fahrräder getreten, die über leicht zugängliche PV-Ladestationen jederzeit geladen wer­den können. Der Strom dafür stammt von den etwas abgelegenen Car-Ports mit PV-Anlagen am Dach. Darüber hinaus verbindet ein fußläufig leicht erreichbares, zuverläs­siges und effizientes Stadtbusnetz die Hochschwabsiedlung mit den anderen Stadtteilen Kapfenbergs. Und über allem steht das klare Bemühen, den Verkehr auf das notwendige Minimum zu reduzieren und für alle eine größtmögliche, individuelle und auch leistbare Mobilität bereit zu stellen. 

Es fehlt ein Lebensmittel im Kühlschrank? Lebensmittelhändler und Bäcker sind um die Ecke zu Fuß erreichbar – genauso wie die Trafik oder der Friseur und Kosmetiker für die Fußpflege. Großzügige Begegnungszonen durchziehen das Siedlungsareal mit vielen Grünflächen, Bänken und Spielplätzen für alle Generationen. An lauen Sommerabenden kann man beim Spazieren durch die Siedlung unterschiedlichste Düfte von den Grill-Areas riechen oder lautes Lachen von den Chill-Areas der Jugendlichen hören. Eine zentral gelegene Ordination mit einem eigenen Arzt ist ein wichtiges Asset der Siedlung geworden. Alles ist einfach und bequem erreichbar – auch die Post, dank einer Paketabholstation. Wer in der Nacht noch Knabbergebäck oder ein spezielles Getränk haben will, bedient sich bei den Lebensmittelautomaten in den Neu­bauten. 

Das Vorhandensein von digitaler Infrastruktur, einschließlich stabiler Internetverbindungen und WiFi in öffentlichen Räumen, zeigt die Aufgeschlossenheit der Hochschwabsiedler:innen für die moderne Welt. Dies spiegelt den Trend wider, eine digital vernetzte Gemeinschaft über soziale Medien und eine online Tauschplattform zu fördern.

Was alle Diskussionen durchzieht

Die Gemeinschaft ist Kraftquelle zur Bewältigung des eigenen Lebens: Auf Fragen und Probleme gibt es in der Gemeinschaft immer eine Antwort und diese positive Energie treibt die Entwicklung der Hochschwabsiedlung stetig voran.

Die Aktiv-Dialoge gehen weiter

  • Mi., 27.09.2023, 17:00 – 20:00 Uhr
  • Mo., 27.11.2023, 17:00 – 20:00 Uhr
  • Mi., 31.01.2024, 17:00 – 20:00 Uhr
  • Mo., 18.03.2024, 17:00 – 20:00 Uhr
  • Mo., 17.06.2024, 17:00 – 20:00 Uhr
  • Di., 10.09.2024, 17:00 – 20:00 Uhr
  • Di., 26.11.2024, 17:00 – 20:00 Uhr
  • Di., 28.01.2025, 16:00 – 20:00 Uhr, mit Abschlussfest 🎉

Wer dabei sein mag meldet sich gerne unter folgendem Link an: MITMACHEN

Wir freuen uns auf euch! ☺️